Stuss

Spiegel-Bestsellerliste Sachbuch Platz 4) Udo Ulfkotte: „Gekaufte Journalisten“ (Kopp Verlag, 336 S., 22,95 Euro)

Eine Handreichung für alle, die an die „Lügenpresse“ glauben wollen, geschrieben von einem ehemaligen „FAZ“-Redakteur, der in selten dreister Manier seine vormalige Korruptheit beichtet und Angela Merkel als „gelernte DDR-Sekretärin für Propaganda“ bezeichnet. Wie allen Verschwörungstheorien ist dieser mit den Mitteln des gesunden Menschenverstands allein nicht beizukommen. So bleibt mir zu sagen: Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, niemand hat mich dafür geschmiert, dass ich sage, dieses Buch ist reiner Stuss! / Denis Scheck, DLF Büchermarkt

Hat Israel Gasa geflutet?

Am 23. Februar erschien bei Al-Jazeera eine Meldung, laut der Israel absichtlich Dämme im Süden geöffnet habe, um Gaza ohne Vorwarnung zu überfluten. Die französische Agentur AFP übernahm die Meldung unter der Schlagzeile: „Dorf in Gasa geflutet, nachdem Israel die Dämme öffnete“. Auch in dieser Meldung wurde behauptet, Israel habe mit Absicht gehandelt. Viele Zeitungen und Nachrichtenportale übernahmen die Meldung, „The Israel Project“ spricht von mehr als 1000 Meldungen und Videos (man kann sie bei Google & Co. aufsuchen). Darunter die britische Daily Mail, Palestine News Network (Israel’s Dam Opening and Home Flooding Aggravates Gaza Catastrophe), Intifada Palestine, der russische Sputnik international (Israel Opens Dams Into Gaza Forcing Palestinians to Evacuate) und Irans PressTV (Israel opens dams‘ gates, floods Gaza) sowie zahlreiche vorgeblich aufklärende Portale mit sprechenden Namen wie Antiwar.com (Hundreds Displaced as Israel Opens Dam, Flooding Gaza Villages), Media with Conscience (sic!) (Gazans flee floods caused by Israel’s dams opening), Center for Research on Globalization (Humanitarian Crisis: Israel’s Open Dams Flood Gaza, Hundreds Evacuated), World War 4 Report (Israel behind Gaza flooding?).

Am 25. Februar veröffentlichte Al-Jazeera eine Entschuldigung für die Story.

 “Editor’s note: An earlier version of this page hosted an article which stated that Israel had, without warning, opened a number of dams, which had resulted in a part of Gaza being flooded. This was false. In southern Israel, there are no dams of the type which can be opened. We apologize for this error.”

Die Daily Mail entschuldigte sich, AFP nahm Meldung und Video vom Netz, ohne sich zu entschuldigen, und die anderen?

Jeder weiß, daß es oft schwer ist, Nachrichten zu überprüfen – trotzdem ist es der Job der Journalisten. In dem Fall wäre es kinderleicht gewesen – ein Atlas, ein Geographiebuch genügten, um sich zu überzeugen, daß es im Süden Israels keine Dämme und Ströme gibt, mit denen man die Wüste Negev, Ägypten oder den Gasastreifen überfluten könnte. Zumindest die lokalen palästinensischen Agenturen hätten es ohne nachzuschlagen wissen können.

Krieg der Bilder

Funde unter den hashtags #SaveDonbassChildren und #StopUkrainianArmy

Geschenkt

Guten Tag

Ich möchte, dass Sie viel Erwägung meiner Nachricht gewährten, denn ich habe kein anderes Mittel, mit Ihnen mitzuteilen, dass Ihnen diese Nachricht zu übermitteln, die eine sehr große Bedeutung für mich hat. Ich bin in der Verzweiflung, und mein Herz blutet zum Zeitpunkt, oder ich mache Ihnen diese Nachricht, die ich hoffe wecken Ihre Aufmerksamkeit.

Ich kontaktiere Sie heute, denn gut wahr, dass man sich das nicht verhinderten kennt diese Geste meinerseits. Ich nenne mich Monsieur François PHAN TUONG LANKantonsam 12. Mai 1944 in China geborenes , aber aus einem besonderen Grund habe ich vom Wesen einen Abenteurer. Der Grund, der mich drängt, sind Sie folgende: Ich möchte durch Ihren Kanal übergehen, um ein Barmherzigkeitswerk in Ihrem Departement zu machen.

Es ist eine Schenkung gewissermaßen, und sie beläuft sich auf die Summe von 2.000.000, 00euros. Meine Ehelage ist so, dass ich noch Frau und noch weniger Kinder habe, denen ich dieses Erbe hinterlassen könnte, und ich leide gerade jetzt unter einem Tumor an der Kehle ich zu also einem sicheren Tod verurteilt.

Es ist für das, den ich unentgeltlich möchte, und um den benachteiligten Kindern zu helfen Ihnen zu geben dieses Erbe sagt, um dieses Barmherzigkeitswerk zu verwirklichen, das mein das am meisten gewünschte geträumt wird.

Wenn Sie einverstanden sind, möchte ich die folgenden Informationen haben:

• Ihr vollständiger Name
• Ihre Kontakte

Ich bitte Sie, ein Ohr zu gewähren, das meinen Vorschlag aufmerksam verfolgt, denn ich rechne mit Ihrem guten Willen und auch der guten Verwendung dieser Fonds für dieses Werk.

Brüderlich,
Herr François PHAN TUONG LAN

Dreck oder Stroh

Sind die so dumm, oder tun die nur so? Ich lese in der Zeit: „Ende der Unschuld – Beim Manipulieren im Sport stand der Westen dem Osten näher als gedacht“. Heilige Einfalt! Haben die wirklich gedacht („gedacht“!), gedopt wird nur im Osten? Waren die wirklich so naiv wie jene DDR-Journalisten, die den Leuten erzählten, westliche Kernkraftwerke seien gefährlich und östliche sicher? Oder so staatsfromm, feige und verlogen wie die Sportjournalisten, die es bestimmt besser wußten, aber wohlweislich schwiegen und logen? „Was hast du im Schädel, Dreck oder Stroh“, sang Biermann: „Sag, bist du so dumm, oder tust du nur so?“ Und gab die Antwort: „Denn du bist nur so dumm / und du tust auch nur so!“ Und das gilt für diese wie jene. Kein Unterschied nirgends?

Revolution der Selbstausbeuter?

Heute ist jeder sein eigener Kurator – aber auch Lebenskünstler, vielmehr: Überlebenskünstler? 
Natürlich. So wie jedermann bloggt. Jedermann ist Journalist geworden, jedermann ist auch Webdesigner. Das home office ist das perfekte Bild der Gegenwart. Man kreiert seine eigene Pornografie, seine eigene Kunst, sein eigenes Web, man designt sein eigenes Haus, aber niemand verdient etwas. Es geht um Überlebensstrategien, die geknüpft sind an Virtuositätskonzepte. Lauter verarmte Intellektuelle.

Kommt das alles nicht einem Staat entgegen, der damit beschäftigt ist, den Euro zu retten und sich über Generationen zu verschulden, und auf der anderen Seite Sozialleistungen kürzt?
Absolut. Die Selbstausbeutung findet nicht statt innerhalb eines Produktionsprozesses, sondern über Kooperation. Das größte Problem ist die Disponibilität der Leute. Man ist disponibel, man stellt sich zur Verfügung. Wer das kontrollieren kann durch ein parteipolitisches Programm oder durch ein ökonomisches Modell, hat die Macht. Ich warne vor einer Revolution oder einem Kinderkreuzzug à la „Mad Max“. Was passiert, wenn sich diese Tausenden von Selbstausbeutern und Enthusiasten, die an ihrer Disponibilität leiden, an den 24 Stunden pro Tag im home office, in ein ökonomisches Modell eingepasst werden? Man muss auch mal lernen, Nein zu sagen, die Disponibilität infrage zu stellen. Nein zu kostenlosen Katalogtexten, obwohl hundert andere es machen. Oder Schlaf als eine Art Subversion   –  Ruth Noacks geplante Ausstellung „Sleeping with a vengeance, dreaming of a life“ behandelt genau dieses Thema. Irgendwo muss man anfangen, wenn man kein Zombie werden will. Warum fallen eigentlich alle vom Stuhl, wenn man das sagt?

Chris Dercon, Monopol

Kino ist anders

Perlentaucher über die heutige Süddeutsche Zeitung:

Auf der Medienseite sammelt die SZ Vorschläge zur Änderung des öffentlichrechtlichen Rundfunksystems. Für die Reportage auf Seite Drei mischt sich Peter Richter in Los Angeles unter die deutsch-österreichischen Abgesandten für den Oscar und erfährt dabei vom Haneke-Produzent Veit Heiduschka warum das österreichische Kino gegenüber dem deutschen so im Vorteil ist: Die deutsche Filmförderung funktioniert nicht, „weil die Fernsehanstalten mit in den Jurys sitzen und deswegen mitsprechen über Inhalte – und natürlich wollen die gerne ein Primetime-Programm für 20.15 Uhr! Kino ist aber anders. Bei uns in Österreich entscheidet eine Jury von Fachleuten, und erst hinterher kann das Fernsehen sagen, ob es Interesse hat oder nicht. Es darf nicht reinreden. … Wir konnten einfach immer radikaler sein.“ Und Christopher Waltz kann sich „nicht mehr vorstellen, dass ARD und ZDF noch ohne Blutvergießen zu verändern wären“.