Aus einer aufgegebenen Serie: Was nichts mit dem Islam zu tun hat (2)

Saudi-arabischem Autor Badawi drohen 1000 Peitschenhiebe – PEN-Zentrum fordert Aufhebung der Strafe
Veröffentlicht am 17.11.2014 von PEN-Zentrum
Pressemitteilung, Darmstadt, 17. November 2014

Deutsches PEN-Zentrum ernennt ihn zum Ehrenmitglied und fordert Aufhebung der Strafe

Das PEN-Zentrum Deutschland hat den saudi-arabischen Herausgeber und Blogger Raef Badawi zum Ehrenmitglied ernannt und fordert, dass die vor einigen Monaten wegen angeblicher „Beleidigung des Islams“ und „Gründung einer liberalen Webseite“ gegen ihn verhängte unmenschliche Strafe umgehend aufgehoben wird. Badawi wurde von einem Strafgericht in Saudi-Arabien zu einer zehnjährigen Haftstrafe, 1000 Peitschenhieben, einer hohen Geldstrafe, einem zehnjährigen Reiseverbot und einem zehnjährigen Medienverbot verurteilt.

Laut Informationen des Internationalen PEN steht die Auspeitschung noch im November bevor. „Wir sind entsetzt über diese unfassbare Strafe gegen unser Ehrenmitglied, die nach internationalem Recht gegen das absolute Verbot von Folter und anderer grausamer, unmenschlicher und erniedrigender Bestrafung verstößt. Wir fordern auch die Bundesregierung auf, sich umgehend für Badawi einzusetzen, der nur sein Menschenrecht auf Meinungsäußerung wahrgenommen hat. Wir erwarten ein solches Engagement gerade jetzt, wo Saudi-Arabien als Bündnispartner im Kampf gegen den IS immer wichtiger zu werden scheint. Wir haben große Sorge, dass Raef Badawi die Auspeitschung nicht überlebt“, sagte Sascha Feuchert, Vizepräsident des deutschen PEN und Beauftragter für „Writers in Prison“. Nach Badawi wurde auch sein Anwalt Waleed Abu al-Khairer am 6. Juli 2014 zu einer Gefängnisstrafe von 15 Jahren verurteilt. Auch für ihn fordert die Schriftstellerorganisation die sofortige Freilassung. Badawis Familie hat Saudi-Arabien mittlerweile verlassen und lebt in Kanada.

Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine der weltweit über 140 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International vereint sind. Die drei Buchstaben stehen für die Wörter Poets, Essayists, Novelists. Der PEN wurde 1921 in England als literarischer Freundeskreis gegründet. Schnell hat er sich über die Länder der Erde ausgebreitet und sich als Anwalt des freien Wortes etabliert – er gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller.
Für das PEN-Zentrum Deutschland

Sascha Feuchert
Vizepräsident und Writers in Prison-Beauftragter

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