Propagandadreck

Die Kommentare über Olga Wieber sind heftig, weit unter der Gürtellinie, sehr weit. In der Hölle möge sie verbrennen, schreiben die einen. An einen Panzer gebunden und zerrissen werden, schreibt ein anderer. Sie, das „stinkende Biest“, die „faschistische Schlampe“. Erst Hunderte, dann Tausende russischsprachige Internetnutzer beschimpfen die 45-Jährige in den sozialen Netzwerken. Olga Wieber sitzt derweil mit ihrem Mann und ihrem Sohn im badischen Waldkirch – und weiß nicht, wie ihr geschieht. Plötzlich steckt sie mittendrin im Ukraine-Konflikt, der weit entfernt tobt.

An diesem Abend, es ist der Freitag vergangener Woche, hat eine prorussische Untergrundorganisation namens „Cyberberkut“ im Internet Screenshots eines Facebook-Gespräches veröffentlicht. Darin unterhält sich die angebliche deutsche Ärztin Olga Wieber mit dem Timoschenko-Vertrauten Serhij Wlassenko und dem Kommandeur eines ukrainischen Freiwilligenbataillons. Es geht um die Lieferung von Herzen, Nieren und Lebern. Entnommen werden sollten sie gefallenen oder schwer verletzten ukrainischen Soldaten. Daneben steht der Link zu Wiebers Facebook-Account.

Der Haken: Die Geschichte ist frei erfunden. / Spiegel

Keine Meinung, sondern überprüfbarer Fake. Trotzdem geteilt und geglaubt von sich kritisch vorkommenden Zeitgenossen, wie hier

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