Dauerthema Propagandabilder

Die Müllkippe berichtete kürzlich über das Hochglanzbild eines weinenden Mädchens, mit dem eine Propagandameldung emotional aufgeladen wurde. „Rettet die Kinder vom Donbass“, sagt die Propaganda, das Foto war zwar nicht vom Donbass, sondern aus einer billigen Internetquelle, aber mit Kinderbildern kann man gut auf die Tränendrüsen drücken. Hier schon wieder ein Fall von Kinderbildmißbrauch aus der russischen Propaganda. Abwechselnd die „Kiewer Faschistenjunta“ und die Demokratie sind die Zielscheibe. Unter dem Hashtag #SaveDonbassPeople das Bild eines weinenden Mädchens, das neben seiner toten Mutter sitzt. Dazu der Text: „Das ist Demokratie, Baby. Ukrainische Armee tötet die Menschen vom Donbass“. AntiMaidanNews nennt sich die Facebookgruppe, die mit dem Bild hetzt.

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Viele mehr und auch weniger Gutwillige posten das Bild weiter, so auch Natalija11 auf dieser russischen Seite.

Sie schreibt dazu:

Посмотрите на эти лица, ЛЮДИ! Если у вас есть сердце, цитируйте, копируйте, делайте посты, ссылки, лайки. При немоте многих зарубежных СМИ только мы можем донести правду до мировой общественности.

Schaut in diese Gesichter, MENSCHEN! Wenn ihr ein Herz habt, zitiert, kopiert, macht Beiträge, Links, Likes. Wenn viele ausländische Medien schweigen,  können nur wir die Wahrheit in die Weltgemeinschaft tragen.

Nur stammt auch dieses Bild nicht aus der Ukraine, sondern aus einem Filmstudio – aus dem weißrussischen Film „Sturm auf Festung Brest“ oder „Festung Brest“:

Sturm auf Festung Brest (russisch Брестская крепость, zu dt. Festung Brest) ist ein Kriegsfilm, dessen Handlung in wesentlichen Teilen dem gleichnamigen dokumentarischen Buch von Sergei Smirnow entlehnt ist. Die Erstaufführung war am 22. Juni 2010 in Weißrussland. Am 4. November 2010 lief er dann auch in den Kinos von Russland an. (Wikipedia)

Hier eine russische Seite mit Szenenfotos, auf denen auch dieses Bild zu sehen ist.

Soweit der böse Teil der Geschichte. Es gibt auch eine lustige Fortsetzung. Die NPD hat seit einiger Zeit ihre Liebe für Putin entdeckt und stimmt in den Chor der antiukrainischen und antiwestlichen Propaganda ein. Man könnte es paradox nennen, weil die russische Propaganda vorgibt, gegen die ukrainischen Faschisten zu kämpfen. Aber warum wählerisch sein, wenn es gegen die Demokratie geht. Daß sie aber ausgerechnet dieses Bild aus einem Kriegsfilm herausfischen, in dem deutsche Nazis gar nicht gut wegkommen, ist witzig.

Pasted Graphic

 

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