Breite Front der Putin-Versteher

Die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti zitiert aus der „Nesawissimaja Gaseta“ über Gemeinsamkeiten zwischen Rußlands „geradlinigem“ Kurs und aufrechten europäischen Politikern. Nicht nur „Anti-Amerikanisten und Ultranationalisten“ unterstützten Putin, sondern auch „Anhänger einer harten Staatsführung und der Stärkung der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen mit Russland. (…) Sie bezeichnen den Kreml-Kurs als Gegengewicht zum westlichen Mainstream.“.

Am stärksten werde Putin in Deutschland unterstützt:

Dort genießt er große Sympathien in der Bevölkerung. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov sind 36 Prozent der Deutschen gegen Wirtschaftssanktionen gegen Russland. In Großbritannien sind es 23 Prozent, in Dänemark, Schweden und Norwegen je 15 Prozent. (…) Einer weiteren Umfrage zufolge ist die Hälfte der Deutschen dafür, die Krim als russisches Territorium anzuerkennen. Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Russlands in der EU. Trotz der harschen Kritik der deutschen Regierung am Ukraine-Kurs des Kremls reiste Siemens-Chef Joe Kaeser Ende März nach Moskau.

(…) Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder gilt als guter Freund von Putin. Er sprach von Versuchen des Westens, Russland in die Zange zu nehmen, und von Völkerrechtsverstößen bei den Nato-Luftangriffen auf Serbien. Auch der ehemalige italienische Regierungschef Silvio Berlusconi gilt als Putin-Freund. Die Isolierung Russlands widerspreche der Geschichte. Der Beschluss, Russland aus der G8 auszuschließen, sei Unsinn, so Berlusconi.

In Frankreich wird Putin von Jean-Marie Le Pen von der Front National (FN) unterstützt. Putin habe keinen einzigen Fehler gemacht, während die EU und die USA fast immer Fehler machen, so Le Pen. (…)

Der Chef der UK Independence Party, Nigel Farage, lobte Putin als einen ausgezeichneten Politiker. „Ich mag ihn nicht, ich würde ihm nicht vertrauen und würde nicht in seinem Land leben wollen. Doch im Vergleich zu den Kindern, die sich mit der Außenpolitik in Großbritannien beschäftigen, würde ich ihn mehr respektieren als der größte Teil unserer Bevölkerung“, sagte er.

Márton Gyöngyösi von der ungarischen Partei Jobbik sagte: „Wir sind an einem wachsenden Russland interessiert, das die eigenen Interessen auf sehr interessante Weise verteidigt und ein Gegengewicht zum Westen bildet“.

Wie es scheint, stiftet Putin eine neue, eher unheilige Allianz aus wirtschaftlichen und politischen Interessen, die von Sozialdemokraten und Populisten zum rechten Rand reicht. Schröder gegen westlichen Mainstream, na denn!

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