Stalins Hirn

Auch nach Vogt hielten die Mühen an, in den Hirnwindungen der kommunistischen Gottheit Spuren besonders Genialität zu finden. ‚Kein Gehirn wurde je so genau untersucht‘, sagte ein ehemaliger Direktor des Moskauer Instituts für Hirnforschung, Oleg Adrianov, einmal der britischen Zeitung Independent. Adrianov hat das Gehirn selbst viele Jahre erforscht und seine Ergebnisse abschließend in Successes in Physiological Sciences publiziert, einem Fachorgan der Russischen Akademie. Sein Fazit: Abgesehen von den vielen Pyramidenzellen wand sich die graue Masse wie bei jedem Anderen im Schädel des Revolutionärs. Lenins Hirn war nichts Besonderes.

Noch weniger aber, sagte Adrianov, gebe Stalins Hirn her, das ebenso wie das des Dichters Wladimir Majakowski oder des Dissidenten Andrej Sacharow bei Lenins Hirn im Moskauer Institut verwahrt wird. ‚Stalins Gehirn bietet absolut nichts.‘ / Christina Berndt, Süddeutsche Zeitung 28.2.

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