Holzhacken

Ich schrecke vor der Aufgabe zurück, Ihnen schriftstellerische Arbeiten zu verschaffen, für welche Sie Honorar beanspruchen. Sobald Ihre Leistungen selbst den Beweis geliefert haben, daß sie wirklich wertvoll sind, werden Sie nie mehr herumzugehen brauchen, um nach litterarischer Beschäftigung zu suchen. Sie werden alle Hände voll zu thun bekommen und mehr Grütze im Kopf nötig haben, als Ihnen vielleicht jemals zur Verfügung steht, um nur die Hälfte der Arbeit zu verrichten, die man Ihnen antragen wird. Will der angehende Schriftsteller den Beweis beibringen, daß er wirklich etwas Gutes zu leisten vermag, so weiß ich ein ganz einfaches Mittel, ein vollkommen sicheres Verfahren, um diesen Zweck zu erreichen: er schreibe so lange ohne Bezahlung, bis ihm jemand Honorar anbietet. Wird ihm im Lauf von drei Jahren kein Honorar angeboten, so darf er dies mit vollem Vertrauen als ein Zeichen betrachten, daß ihn die Natur zum Holzhacker bestimmt hat. Wenn er auch nur ein Körnchen Weisheit besitzt, wird er sich mit Würde zurückziehen und den ihm vom Himmel verordneten Beruf ergreifen.

Mark Twain: Skizzenbuch. III. Band. Verlag von Robert Lutz, 1892. (Mark Twains ausgewählte Humoristische Schriften)

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