Geadelt & gehampelt

Vor einigen Wochen schickte ein mir bis dahin unbekannter Lyrikkenner namens Mario Giangiulio innerhalb weniger Stunden vier Kommentare über den Thüringer Barden Uwe Lammla, in dem er einen von zwei legitimen Nachfolgern Stefan Georges sieht. Ich veröffentliche sie unverändert in vollem Wortlaut (nur in einem Fall habe ich den Namen eines beschimpften Autors durch X ersetzt). Interessierte Leser können die Kontexte hier erreichen: 

Hier also die Stimme eines seiner Anhänger:

1.

Das ein Dichter wie Uwe Lammla auf einer Lyrikseite wie der Ihren, nicht mehr als einen suspekten Eindruck hinterlässt, adelt Ihn. Es ist Lyrik für wenige, für eine kleine Schar von Lesern die mit der Kultur und vor allem der Literatur der sogenannten Postmoderne, welche sich durch thematische Beliebigkeit und geistig-kulturelle Indolenz auszeichnet, nichts anzufangen wissen. Da der Name Schilling auch erwähnt wurde, mochte ich jedoch gleich hinzufügen, daß ich Ihn nicht nur für den besseren Lyriker als Lammla halte, sondern für den bedeutendsten deutschen Lyriker unserer Zeit. Einer Zeit, welche sich eigentlich herzlich wenig für Lyrik interessiert. Es sei denn ein weltberühmter, eitler und unendlich überbewerter wie selbstverliebter Trottel namens Günter Grass äußert sich wieder einmal zum politischen Tagesgeschehen und fabriziert dabei einen der häßlichsten und überflüssigsten Versuche in der Geschichte der deutschen Lyrik, und die ganze Republik der Schafsköpfe macht ein Geschrei dabei, als sei der Messias erschienen. Ihr oberlehrerhaftes Geseier über verschwurbelte Grammatik ist dann doch sehr kleingeistig und man könnte mit derselben Intention auch so unterschiedliche Autoren wie Hegel oder Mallarme untersuchen und nachprüfen, ob denn dort alles seine grammatikalische Richtigkeit habe. Aber sowas tun eigentlich nur unproduktive, besserwisserische Pedanten, denen selbst jedes künstlerische Talent fehlt. Es bleibt nur zu sagen, das es glücklicherweise auch im Jahre 2012 noch Menschen gibt, welche einen Sinn haben, für eine edle, erhabene, meinetwegen auch elitäre Sprache und Dichtung deren bedeutendster Vertreter in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts Stefan George war, und der in unserer politisch überkorrekten, waschweiberhaften und literarisch wenig aufregenden ” Jetztzeit” ( von einigen, sehr wenigen Ausnahmen abgesehen), nur zwei kongeniale Nachfolger hat, und deren Namen lauten Lammla und Schilling.

2.

Und wir freuen uns mit Ihnen. Schilling kann man in keinem einzigen seiner wunderschönen Verse auch nur ansatzweise eine politisch-ideologische Absicht nachweisen. Und um die Genialitat dieses Dichters zu erkennen bedarf es schon eines Ernst Jünger oder Fritz Usinger. Ein Lyriksammler mit einer Webseite, und in erster Linie grammatikalischen Kentnissen taugt nicht dazu.

Selbst Lammla als rechten Ideologen zu bezeichnen kann wohl nur dann, wenn man von den linksgesteuerten Medien im Geiste der Political Correctness und des
Multikulturalismus indoktriniert wurde. Vaterlandsliebe und Traditionsbewußtsein sind doch unzeitgemäß, oder ? Und wer liest heute noch solche elitären Autoren wie Stefan George oder Friedrich Georg Jünger ? Stattdessen ein Hochlied auf den strahlenden, linken Pöbelpoeten Bert Brecht, denn Kommunismus und Sozialismus sind nach wie vor “en vogue”. Wenn interessiert es da schon, das diese Ideologie und ihre scheinheiligen Verteter im 20. Jahrhundert wesentlich mehr Menschen vernichtet haben als der Faschismus und eine Protagonisten.

3.

Herr X sie sollten sich bedeckt halten. Ihre mehr als mittelmäßigen Versuche, reichen nicht annähernd an Lammlas Gedichte heran und die sogenannte zeitgemäße, freie Form, in welcher fast alle zeitgenössischen Lyriker “dichten”, ist nichts anderes als nicht gekonnte Form. Das Lammla sie beherrscht, macht ihn verständlicherweise bei den modernen Dilletanten unbeliebt. Deswegen sollte jemand mit ihrem doch sehr überschaubarem Talent, sehr zaghaft mit seiner Kritik umgehen.

4.

Rolf Schilling wurde gelobt von Ernst Jünger und dem Lyriker und Georg-Büchner Preisträger Fritz Usinger. Und wer sind Sie , sie armseliger Hampelmann?

 

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9 Gedanken zu „Geadelt & gehampelt

  1. 22. JANUAR 2013 – 16:08
    Konstantin Ames
    Da kommt mir sofort ein krudes Video in den Sinn, wo der von Mario G. als unumstößliche Autorität herangezogene Ernst Jünger (pell ich mir ein Ei drauf) gegen Germanisten näselt, die ihn kritisieren. Das hat sich dieser Adept offenbar abgeschaut, nur wirkts im Brief an Michael Gratz noch plumper als ohnedies schon bei Jünger [Ernst Jünger, Ich widerspreche mir nicht, 5 Teile, 1 Teil, ab 1´01 auf Youtube]

  2. 22. JANUAR 2013 – 20:12
    Florian Voß
    Gerade drei Gedichte von Lammla gelesen. Meine Güte, wie kann man so völlig folienhaft im Stile der 1880er Jahre dichten. Das muss einem doch selbst wehtun.
    Da rockt ja Stefan George noch mehr.

  3. 23. JANUAR 2013 – 00:14
    klaus plusminusfpunkt schneider
    du sagst es, beides, woran ich auhc gedacht hatte – das erste ergibt sich von allein:

    1. die frage, die sonst öfters gestellt wird, wenn die debatte(n) losgeht: “schon gelesen”!
    2. ich hab auch – vielleicht nicht nur dieselbe anzahl sondern dieselben gedichte gelesen und der gleiche eindruck und überraschung:
    bei aller bzw ob der (alt)meisterlichkeit – wie nahe der noch an der epoche ist, ihr verhaftet.

    aber – da kenn ich andere epigonen auch anderer autoren, auch welche der spätmoderne und des experimentellen bis konkreten, die schlechter dastehen.
    relevant und schon einen blick wert, scheint mir die erste seite bzw. link auf Lammlas seite zu sein und trotzdem, er bezieht sehr eindeutig postion und in einem jargon, der aufhorchen läßt, grenzt er sich von braunen auswüchsen & solchen aktueren wie will vesper oder den braunhemdigen blut und boden barden ab … wenn auch, für mich, auf einer sozusagen höheren ebene, die vom religiösen, religiösität, dem wahren glauben, einer “panstaufischen” reichsidee und doch ackermannskultur und vorindustriellen wirtschafts, lebens- & subssitenzsystemen, fatalerweise in die gleiche richtung geht ohne sie bewußt, glaube ich, anzustreben … letzendlich doch ur- oder typisch romantischer prägung (also keineswegs den ideen und haltungen der frühromantik wie auhc der hochromantik entsprechend;) – im sich selbst überhöhenden + gegensatz zu aufklärung, vernunft, säkularisation, technik usw. (behelfsmäßig ausgedrückt, zusammengefasst, uhr+zeitbedingt!)

    nur, eine andere frage, die sich mir stellt: würde er genaus so explizit und überzeugt die inhalte und haltungen und meinungen und begrifflichkeit seiner gegenseite praktizieren und anhängen – wie hätte er dann eingang in unsere debatten gefunden und wie wäre das aufgenommenund bewertet worden?

  4. 24. JANUAR 2013 – 12:12
    Bertram Reinecke
    So ganz nahe an seinen “verehrten Meistern” ist er dann wohl aber doch nicht. Ich hab jetzt keine Lust Lammla Studien zu treiben, aber mich belehrt das unten stehende Beispiel: So viele einsilbige Wörter hintereinander zu pappen galt damals als unfein. (Weil es den Vers verschmiert) “Unsere Großen” waren da ja größere Grammatiker als sich das heutige Dichter, selbst viel Germanisten oft vorstellen (um mich hier auf ein an anderer Stelle gefallenes Wort zu beziehen).

  5. 24. JANUAR 2013 – 01:06
    lyrikzeitung
    “Der echte Dichter hat mehr mit Kriegern, Seefahrern und Abenteurern zu tun als mit Literaturprofessoren, deren Probleme nur ihresgleichen interessieren.” (Lammla)

    “Uwe Lammla scheut selbst vor heißesten Eisen nicht zurück. “Bist du von Rasse…” hebt eines seiner Gedichte an.“[1]
    Der Dichter Uwe Lammla bezeichnet die Bundesrepublik Deutschland (…) als „amerikanische Kolonie“. Edgar Julius Jung hatte das die Christenheit schirmende, ordnende, hierarchische Reich in der Mitte Europas, für die er sich eine Erneuerung ihrer Vormacht nach einer christlichen Gegenrevolution gegen 1789 erhoffte, als Aufgabe Deutschlands gesehen. Das nicht unbekannte Wort von der „deutschen Weltalternative“ meint Ähnliches: Gegenwehr gegen den Irrweg der abendländischen Menschheit in der Moderne, Neuaufbau aus der Mitte Europas heraus. Dies bliebe den Deutschen als Aufgabe gegeben.” http://de.metapedia.org/wiki/Lammla,_Uwe

    geht auch im Lammla-Vers, gleiche Quelle:
    Dir wird zumut, nun ein lutherisch Liedlein zu singen,
    Ist man uns feindlich, so soll es, so muß es so gehn,
    Wer sich erhob, sich dem bleiernen Bann zu entringen,
    Der bleibt am Haff und der bleibt an der Weichsel nicht stehn.

    Wer überwindet das Blei, das mit Schulden-Komplexen
    Einpfercht die Seele, das Leben und Mut sie zerquetsch,
    Und wer entsagt dem Gebräu der atlantischen Hexen,
    Kommt nicht zu halt, nicht am Brenner und auch nicht am Etsch.

  6. 24. JANUAR 2013 – 01:31
    brueterich
    Schon fündig geworden – wenn auch nicht in der Dichtung, so doch im legendären, nicht gedruckten Interview. Alles möchte man nicht unterschreiben, aber was Lammla hinsichtlich Autos und Architektur anempfiehlt, da sag ich mal: allerhand Hochachtung! Ich finde es sehr tröstlich, daß man so oft und wider Erwarten Verbündete in allen Lagern, an allen Feuern findet. Vielleicht ist es gerade die Befaßtheit mit der Dichtung, die Gräben schließt und die Republik (das Reich) sichtbar werden läßt:

    “Erstens: Werfen Sie Ihren Fernsehapparat weg. Das Ding ist so unmoralisch, daß man es nicht verkaufen oder verschenken darf. Benutzen Sie das Internet nicht als Glotze. Lesen Sie dort keine Nachrichten oder Skandalberichte. Nutzen Sie es auch nicht als Schwatzbunde. Bezähmen Sie sich beim Mailen und verzichten Sie aufs Chatten ganz. Lesen Sie keine Tageszeitung, eine Wochenzeitschrift ist völlig ausreichend. Drängen Sie alles Kurzatmige von Ihnen weg, beschäftigen Sie sich wieder mit Dingen von Dauer. Bei Büchern keine Reißer, sondern die Dinge, die man in einem guten Antiquariat findet. Schützen Sie sich vor den Bildern. Zweitens: Werfen Sie das Handy weg und nutzen Sie das Telefon nur noch für Organisatorisches. Schreiben Sie Briefe. Seien sie dabei sorgfältig mit unser Sprache. Sie ist göttlich und der Genius der Nation. Drittens: Nutzen Sie das Auto nur noch zum Transport großer Gewichte, keinesfalls für einen Ausflug. Begreifen Sie es als Glück, daß Sie gesund sind und zu Fuß gehen können. Benutzen Sie die Bahn nur, wenn es unerläßlich ist, das Flugzeug niemals. Bleiben Sie in Deutschland und geben Sie Ihr Geld nicht im Ausland aus. Viertens: Lösen Sie sich vom Schwachsinn des Darwinismus. Daß der Stärkere sich durchsetzt, ist eine Tautologie. Die Erkenntnis von Stärke ist eine Gnade und ohne Glauben nicht möglich. Fünftens: Wehren Sie sich gegen die Dekadenz in der Kirche und im Öffentlichen. Bennennen Sie die moderne Architektur als teuflisch und fürchten Sie nicht, der Lächerlichkeit preisgegeben zu sein. Vergessen Sie nie, eine wirkliche Besserung kann es vielleicht für unsere Urenkel geben, aber dazu sind wir gefordert. Glauben Sie an die Vernunft, die Welt wird im letzten nicht durch Gewalt, Betrug und Bestechung bestimmt.”
    Quelle: http://www.lammla.de/?navigation=UeberLammla

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